Stärke

Stärke Food & Non-Food

Arbeitsschwerpunkt der Abteilungen Starch Food & Non-Food liegt in der Entwicklung von Spezialstärken für den Einsatz im technischen Bereich und Lebensmittelbereich, die durch chemische, enzymatische oder physikalische Prozesse maßgeschneidert hergestellt werden.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der Durchführung von praxisnahen anwendungstechnischen Prüfung für die verschiedensten Einsatzbereiche. Ein vielfältig ausgestattetes Technikum ermöglicht den Einsatz von wichtigen Technologien z.B. Extrusion, Separation, Verdampfung, Trocknung, Stärkegewinnung u.v.a. in einem Pilotmaßstab von 1 bis 2000 kg.

Stärke Kompetenz

AGRANA Research & Innovation Center hat durch ihre langjährigen Tätigkeiten im Stärkebereich eine zentrale Kompetenz für Stärke und ihre Anwendungen aufgebaut. Neben der physikalischen und chemischen Charakterisierung von Stärken und Stärkederivaten liegt ein besonderer Schwerpunkt in der anwendungstechnischen Prüfung von Stärkeprodukten und deren vielfältigen Einsatzgebieten.

 

Papier

Stärkeprodukte werden vielfältig in der Papierindustrie verwendet. So werden Stärke und Stärkederivate in der Papiermasse, in der Behandlung der Papieroberfläche, als Bindemittel bzw. Cobinder für Streichfarben, als Papierbeschichtungsmittel oder als Emulgator und Retentionssystem von Leimungsmitteln eingesetzt. Das Agrana Research & Innovation Center verfügt über alle gängigen Prüfverfahren zur Charakterisierung von Stärken für Anwendungen im Papierbereich.

Wellpappe

Stärke ist DER Klebstoff bei der Herstellung von Wellpappe. Das Agrana Research & Innovation Center verfügt über alle gängigen Prüfverfahren zur Charakterisierung von Wellpappenstärken und Wellpappenleimen. Darüber hinaus verfügt die ARIC über eine mobile Pilotanlage, die eine praxisgerechte Herstellung von Wellenleimen und Kaschierleimen, analog zu den Leimküchen in der Wellpappenindustrie, ermöglicht.

Klebstoffe

Die Verklebung von Papier und papierähnlichen Werkstoffen mit stärkehältigen Produkten erstreckt sich in einem breiten industriellen Anwendungsfeld, wobei abhängig vom Klebstofftyp bevorzugt amylosereiche oder amylopektinreiche Stärken verlangt werden. Üblicherweise werden modifizierte Quellstärken eingesetzt, wobei diese überwiegend in abgebauter Form vorliegen.
Schwerpunkt der Aktivitäten liegt im Bereich der Papier-Papier-Verklebung, bspw. Herstellung von Papiersäcken, sowie der Etikettenverklebung. Die Prüfung der Stärke in wässerigen Klebstoffformulierungen sowie die anwendungsorientierte Bewertung der Klebstoffe sind wesentliche Kompetenzbereiche.

Textil

In der Textilindustrie sind Stärken und Stärkeprodukte schon seit Jahrzehnten sehr bedeutsame Hilfsstoffe. Die zwei Hauptanwendungsgebiete stellen der Textildruck und die Schlichterei dar.
Im Textildruck werden Stärkedruckverdicker eingesetzt, um den Farbpasten eine hohe Viskosität zu verleihen und damit den Druck von konturenscharfen, farbintensiven Mustern auf Textilien zu gewährleisten.
Unter Beschlichten versteht man das Aufbringen eines zähelastischen, abriebfesten und faserverklebenden Filmes auf die Textilfasern mit anschließender Trocknung, welcher das Verweben von Garnen in Hochleistungswebstühlen ermöglicht.
Weitere bedeutende Anwendungen von Stärken und Stärkeprodukten sind Appreturen für Gewebeversteifungen, Kleber für Textilbahnen und Appreturen für Glasfasertapeten.

Bauchemie

Stärke und Stärkederivate, üblicherweise Stärkeether, verschiedenster Rohstoffbasis werden in der Bauindustrie als Zusatzmittel für hydraulische Bindemittel (Zement-, Kalk- und Gipsbasis) eingesetzt. Die Stärke bzw. Stärkederivate zeigen dabei großen Einfluss auf die Rheologie der Bindemittelsysteme. Insbesondere wirken sie als effiziente Verdicker, Rheologiegeber, Wasserretentionsmittel sowie als Verarbeitungshilfsmittel. Wesentliche Eigenschaften der Stärkederivate – üblicherweise kommen kaltquellende Produkte zum Einsatz – sind ihre rasche Quellung und somit schnelle Verdickung und Rheologiegebung. Darüber hinaus haben Stärkeether eine klebende Wirkung und wirken auf die Systeme (Gips-, Zement- oder Kalkbasis) stabilisierend.

Bio-Kunststoffe

Stärke kann im Bereich der Biokunststoffe entweder als einfacher Füllstoff oder als funktioneller Bestandteil, der thermoplastischen Stärke, in sogenannten Stärke-Blends eingesetzt werden. Um aus einem einfachen Stärkepulver ein thermoplastisch verarbeitbares Material herzustellen, wird die Stärke mit Plastifikatoren und, bei Bedarf, anderen Hilfsstoffen extrudiert. In Kombination mit weiteren abbaubaren Polymeren werden aus der thermoplastischen Stärke Materialien hergestellt, die in herkömmlichen Kunststoffverarbeitungsmaschinen zu Formteilen, Folien, etc. weiterverarbeitet werden. Somit entstehen Produkte, die vorwiegend aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen und auch biologisch abbaubar sind. Bio-Kunststoffe finden sich im Verpackungsmaterial, bei biologisch abbaubare Folien und als Befestigungsmaterial in der Landwirtschaft und im Gartenbau, bis hin zu biokompatiblen Stoffen in der Medizintechnik wieder. Das Potential von Bio-Kunststoffen ist aus ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten nach wie vor sehr groß, und daher ist auch die Forschungstätigkeit auf diesem Gebiet sehr hoch.

Lebensmittel

Stärke und Stärkeprodukte sind nicht nur als energiespendende Komponente in der Ernährung bekannt, sondern spielen auch oft eine entscheidende Rolle in der Ausbildung und/oder Stabilisierung der Textur von unzähligen Lebensmittelprodukten - von Säuglingsnahrung bis hin zur geriatrischen Diätnahrung. Dabei erfüllen sie eine Vielzahl von unterschiedlichen Aufgaben, wobei sie stabilisierend, wasserbindend, strukturgebend und rheologiebestimmend wirken. Stärkeprodukte sind in Lebensmitteln in vielerlei Formen mit entsprechend zielgerichteter Wirkung anzutreffen.
Ein attraktives „Mundgefühl“ eines Lebensmittels hängt oft von der richtigen Wahl der Stärkeprodukte ab. Das Aktivitätsfeld des Agrana Research & Innovation Center deckt sowohl die Entwicklung von neuen Stärkeprodukten, als auch deren ausführliche anwendungstechnische Untersuchung ab. Im Technikum des Agrana Research & Innovation Centers steht ein umfangreiches Equipment zur Durchführung von diversen Prozessen der Lebensmittelpraxis im Technikumsmaßstab bereit.

Kosmetik & Pharma

Kosmetik

Stärke dient bei Cremen, Pudern oder Duschgels u. a. dazu, dem Produkt auf der Haut ein angenehmeres, "samtiges" Gefühl zu verleihen. Hoch modifizierte Produkte finden zudem eine direkte Anwendung als Gleitmittel bei Latexprodukten (Handschuhe, Kondome).

Pharma

Eine besondere Funktion haben Stärkederivate in Tabletten, nämlich jene des Tablettensprengmittels. Speziell modifizierte Stärkederivate verleihen den Tabletten einerseits eine gute Festigkeit, geringen Abrieb und stabile Konsistenz. Im angefeuchteten Zustand, d.h. bei oraler Aufnahme, quellen die Stärken dann stark an, was den Zerfall der Tablette beschleunigt und dazu führt, dass der eigentliche Wirkstoff freigeben wird. Weitere Anwendungen in der Pharmazie sind Stärken für die Herstellung von Hart - und Weichkapseln als auch hoch gereinigte Stärkederivate als Ausgangsmaterial für die Herstellung von Blutplasmaersatz.

Stärke Services

Unser fachspezifisches Know-how, unsere produkttechnische Kompetenz und unsere breite Erfahrung bilden gemeinsam mit unserem besonders vielfältig ausgestatteten Technikum die Basis für Ihren Erfolg.

Unser Angebot

  • Kundenspezifische Produktentwicklung und Prozessoptimierung
  • Einsatz verschiedener Technologien in einem Pilotmaßstab von 1kg-2000kg
  • Breite analytische Möglichkeiten
  • Kompetente Beratung
  • Anwendungstechnik

Technikum Equipment

Das ARIC verfügt über ein sehr vielfältig ausgestattetes Technikum mit ca. 1200 m² Fläche in 3 Ebenen. Es verfügt über alle im Stärkebereich üblichen Verfahren in einem Pilotmaßstab:

  • Pilotanlagen zur Maisstärkegewinnung
  • Pilotanlagen zur Kartoffelstärkegewinnung
  • Pilotanlage zur Weizenstärkegewinnung
  • Sprühtrocknungsanlage
  • Anlagen zur chemischen, physikalischen und enzymatischen Modifizierung von Polysacchariden, insbesondere Stärke

Leistungsstarke Einrichtungen

  • Filtrieren
  • Trocknen
  • Mischen
  • Agglomerieren
  • Zerkleinern
  • Fest/Flüssig Trennung
  • Verdampfen
  • Entwässern
  • Rösten
  • Dispergieren

Was ist Stärke?

Stärke ist ein von Pflanzen synthetisiertes Polymer, das enzymatisch gesteuert aus D-Glucose-Molekülen aufgebaut wird. Es ist das in der Natur am häufigsten vorkommende Reservekohlehydrat und wird in verschiedenen Teilen der Pflanze eingelagert.

 

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